Glossar
Individualsoftware
Software, die für die Abläufe eines bestimmten Unternehmens entwickelt wird, statt fertig gekauft und angepasst zu werden. Das Gegenstück ist Standardsoftware.
Aktualisiert am
Individualsoftware wird für einen bestimmten Auftraggeber gebaut. Sie bildet dessen Abläufe ab, so wie sie sind oder sein sollen, und gehört dem Unternehmen, das sie beauftragt hat. Standardsoftware dagegen wird einmal entwickelt und an viele Kunden verkauft, etwa ein Standard-ERP wie Odoo oder munixo, ein Buchhaltungsprogramm oder ein Online-Shop-System.
Der Unterschied im Überblick
- Start – Standardsoftware ist mit fertigen Modulen schnell startklar, Individualsoftware braucht Entwicklungszeit.
- Passgenauigkeit – bei Standardsoftware passt sich das Unternehmen an die Software an, bei Individualsoftware die Software an das Unternehmen.
- Kosten – Standardsoftware hat geringere Anfangskosten, aber laufende Lizenzen pro Nutzer. Individualsoftware kostet anfangs mehr, dafür fallen keine Lizenzgebühren an.
- Weiterentwicklung – bei Standardsoftware entscheidet der Hersteller, bei Individualsoftware ihr.
- Abhängigkeit – bei Standardsoftware vom Hersteller und seinem Preismodell, bei Individualsoftware vom Entwicklungspartner, abgefedert durch Quellcode und Dokumentation.
Wann sich Individualsoftware lohnt
- Der Prozess ist euer Wettbewerbsvorteil. Wenn ihr anders arbeitet als die Konkurrenz und genau das zählt, sollte die Software diesen Unterschied stärken statt ihn wegzustandardisieren.
- Der Standard wird mehr verbogen als eingestellt. Viele Anpassungen an einer Standardsoftware machen jedes Update zum Risiko.
- Viele Nutzer, lange Laufzeit. Lizenzkosten pro Nutzer summieren sich über Jahre. Ab einer gewissen Größe ist eine eigene Lösung günstiger.
- Mehrere Insellösungen sollen zusammenwachsen, etwa Excel, ein altes Access-Tool und ein Fachprogramm.
- Besondere Anforderungen an Betrieb und Daten, zum Beispiel der Betrieb auf eigenen Servern.
Wann Standardsoftware die bessere Wahl ist
Für Abläufe, die in jedem Unternehmen gleich sind, wie Buchhaltung, Lohnabrechnung oder E-Mail, gibt es selten einen Grund, selbst zu bauen. Auch wenn ihr schnell starten müsst und eure Abläufe nah am Branchenstandard liegen, ist Standardsoftware meist sinnvoller.
Der Mittelweg
Oft ist die beste Lösung eine Kombination: Standardsoftware für das Allgemeine, Individualsoftware für den Kern, verbunden über eine API. Oder ein Standard-ERP, das um eigene Module erweitert wird. So zahlt ihr nur dort für Entwicklung, wo sie wirklich einen Unterschied macht.
Wie wir arbeiten
Wir entwickeln Individualsoftware, vom internen Werkzeug bis zum kompletten ERP-System, und erweitern bestehende Standardsysteme, wo das reicht. Gestartet wird mit einem schlanken MVP, das schnell im Alltag genutzt wird und dann Stück für Stück wächst. Ihr wollt wissen, ob sich eine eigene Lösung für euch lohnt? Sprecht uns an.
Häufige Fragen zu Individualsoftware
Was kostet Individualsoftware?
Das hängt vom Umfang ab. Zur Orientierung: kleinere Anpassungen ab etwa 2.000 €, eine App rund 20.000 €, ein ERP mit individuellen Prozessen rund 100.000 €. Eine belastbare Zahl gibt es nach einer Anforderungsanalyse.
Gehört uns die Software dann?
In der Regel erhaltet ihr die Nutzungsrechte und den Quellcode. Wie das genau geregelt ist, sollte im Vertrag stehen. Dann seid ihr auch nicht dauerhaft an einen Dienstleister gebunden.
Ist Individualsoftware nicht riskanter als Standardsoftware?
Das Risiko liegt woanders. Bei Individualsoftware ist es die Umsetzung, die sich durch kurze Iterationen und frühes Feedback gut begrenzen lässt. Bei Standardsoftware ist es die Passung: Wenn der Standard nicht passt, merkt man das oft erst mitten in der Einführung.
Kann man Standardsoftware und Individualsoftware kombinieren?
Ja, und das ist häufig die wirtschaftlichste Lösung. Über Schnittstellen arbeiten beide mit denselben Daten.